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Drucken 2012-2015 2017-06-04T17:35:38+00:00

Projektbeschreibung

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Buchdruck bei AntiRost

Das Projekt findet nun bereits zum dritten Mal mit der 7.Klasse der Freien Waldorfschule statt. Wie in jedem Jahr kommen jeweils 2 SchülerInnen an 2 Tagen in der Woche in die Druckwerkstatt von AntiRost zu Herrn Friedhelm Uhlenhut, um die „Schwarze Kunst“ kennenzulernen.

Nach dem Setzen und Drucken fahren die SchülerInnen dann mittags, zufrieden mit ihrem selbst erstellten Druck, in die Schule zurück. Nach Abschluss des Projektes gibt es immer eine Sendung bei „Radio Okerwelle“ mit Herrn Wolfgang Altstädt, der gleichzeitig Mitglied bei AntiRost ist. Hier kann die Klasse im Vorfeld Musikwünsche äußern, die dann im Verlauf der Sendung eingespielt werden.

SchülerInnen und Lehrer bekommen dann noch eine DVD von der Sendung und den Fotos, die im Verlauf des Projektes entstanden sind. Es macht allen Beteiligten wie immer wieder großen Spaß.

Nachstehend dazu noch ein Bericht des Druckers, Herrn Uhlenhut:

 Aus: “Z a h n r a d” Nr.17, Informationen zur Arbeit von

AntiRost Braunschweig e.V.

 Kleine „Schweizer Degen“ bei AntiRost

Zu AntiRost kommen, wie schon im vorigen Jahr, wieder Schüler der siebten Klasse der Freien Waldorfschule und lernen die „Schwarze Kunst“ kennen. Dienstags und donnerstags verlegen immer zwei Schüler oder Schülerinnen ihren Schulunterricht in die kleine Buchdruckerei bei AntiRost. Erst wird über Johannes Gutenberg, den „Erfinder des vergangenen Jahrtausends“, seine grundlegende Erfindung, das Gießen einzelner Buchstaben in Blei gesprochen.

Dann legt jeder sein Manuskript auf den Tisch und sucht sich aus unserm Schriftmusterbuch eine Schrift und den Schriftgrad aus. Wenn der Winkelhaken eingestellt ist, kommt der Setzkasten auf den Tisch. Jetzt beginnt das Suchen der Buchstaben – eine Schablone ist dabei behilflich. Wie müssen die Buchstaben in den Winkelhaken gestellt werden? Die erste Zeile ist sehr mühselig zu setzen, aber plötzlich geht es immer schneller. Wenn ein Gedicht oder ein Spruch gesetzt ist, wird die Seite mit der Kolumnenschnur ausgebunden, um einen „Eierkuchen“ zu vermeiden.

Der Begriff „Eierkuchen“ wird scherzhaft in der Drucker- und Setzersprache verwendet und bezeichnet das Auseinanderfallen des gesetzten Textes (Satzes).

So gibt es auch den „Fisch“, das ist ein Buchstabe in einem falschen Fach; ein „Zwiebelfisch“ ist ein falscher Buchstabe aus einem anderen Setzkasten.

Jetzt kommt der Buchdruck an die Reihe. Die Druckform wird in einem Rahmen geschlossen und in den Boston-Tiegel gehoben. Die Spannung steigt, wie sieht der Satz auf dem Papier aus, der bis dahin auf dem Kopf stand. Hoffentlich hat sich kein Fehler eingeschlichen. Wenn alles in Ordnung ist, beginnt der Fortdruck. Die Auflagen sind klein: je ein Blatt für den Lehrer, für die Eltern, Freunde und einige für die Reserve.

Beim späteren Betrachten des bedruckten Blattes können die Schüler sagen: „Den Text habe ich wie der Schriftsetzer im Bleisatz gesetzt und wie der Buchdrucker auf einem Boston Tiegel gedruckt. Bei der Gelegenheit habe ich auch zwei sehr alte Berufe kennengelernt, für die heute nicht mehr ausgebildet wird“.

Dass es den meisten Kindern Spaß gemacht hat, sagen die Zahlen: von 32 Schülern und Schülerinnen sind 22 noch ein zweites Mal gekommen.

Text und Foto: Friedhelm U.